“Cedars Hollow” von Charlotte Schäfer
Bewertung:
Verlag: Sieben Verlag
Seiten: 200
Preis: 14,90 EUR
Autorin: Charlotte SchäferNach dem mysteriösen Tod ihrer Mutter, findet sich Hazel in einer Welt aus Schweigen und Mitleid wieder. Einziger Lichtblick in einem immer schwerer zu ertragenden Alltag ist ihre Freundschaft zu dem charismatischen Dave, den sie am Tag der Beerdigung ihrer Mutter zum ersten Mal trifft. Bald entdeckt Hazel jedoch, dass sich mehr hinter Dave verbirgt, und dass das Leben im beschaulichen britischen Städtchen Cedars Hollow gefährlicher ist, als sie es je erahnen konnte. Und was hat es mit dem Jungen auf sich, der Hazel auf Schritt und Tritt verfolgt? Die beiden jungen Männer sind so gegensätzlich wie Blut und Wasser, und doch haben sie etwas gemeinsam. Ein Hauch unheimlicher Faszination umgibt sie, der Hazel magisch anzieht. Als die Ereignisse bedrohlich werden, weiß Hazel nicht mehr, wem sie noch vertrauen kann. Sagen Vampire überhaupt jemals die Wahrheit?
Eigentlich klang Titel, als auch Inhalt ganz vielversprechend. Cedars Hollow. Ich erwartete eine britische gewöhnliche Kleinstadt mit einem düsteren Geheimnis. Einem wirklich düsteren Geheimnis und nicht nur, dass sie einige Vampire beherbergte – was inzwischen ja keine große Überraschung mehr ist, wenn man viel Fantasy liest.
Man hört es ja bereits heraus: Es gab weder ein düsteres Geheimnis, noch drehte sich das Buch wirklich um eine britische Kleinstadt, die immerhin titelgebend ist.
Stattdessen ist der eigentliche Mittelpunkt der Geschichte, Hazel. Ein gewöhnliches Mädchen, das gerade ihre Mutter verloren hat und tief über deren Verlust trauert. In der ganzen Geschichte muss ich geschehen, dass einzig der Schmerz um ihre Mutter wirklich fühlbar gewesen war. Mir fehlte der Tiefgrund in den Charakteren und man hatte es zudem nicht leicht alles nachzuempfinden, da die Handlung einer viel zu rasanten Geschwindigkeit folgt.
Ein weiterer Punkt, der mich enttäuschte, ist die Tatsache, dass wirklich alles abzusehen war. Die Überraschung darüber, wer gut oder böse war, wer Verrat beging und wer nicht, war praktisch von vornherein zu ahnen. Demnach konnte auch keine Enthüllung einen wirklich vom Hocker hauen.
Die Charaktere in der Geschichte waren teilweise mehr als überrascht. Was mich sogar ein wenig ärgerlich stimmte. Hazel mochte vielleicht etwas “Besonderes” sein, doch wirkte sie nicht wie etwas besonderes. Corvus hatte sie einmal als “klug” bezeichnet. Erstaunlich jedoch, dass sie eine extrem ausgeprägte Kurzsicht und wirklich über keinerlei Kombinationsgabe verfügte, um sich vorzustellen, wer wohl hinter dem Tod ihrer Mutter steckte – obwohl ihr doch alle Offensichtlichkeiten bereits auf dem Präsentierteller serviert wurden?
Am schrecklichsten empfand ich die Dialoge. Vielleicht hätte ich mitzählen sollen, denn dann hätte ich nun sagen können, wie oft sich jemand bei jemand anderem entschuldigt hätte. Ich bin ein höflicher Mensch, aber das gab auch mir den Rest.
Ich kann nicht gerade behaupten, dass mich Cedars Hollow begeistert hat, obwohl ich mir anders gewünscht hatte. Vielleicht bin ich auch deswegen so kritisch, weil es mir wirklich dermaßen in meinen Erwartungen enttäuscht hat.
Trotzdem möchte ich dem Buch wenigstens zwei Sterne geben. Einen für Dave und den anderen für Corvus. Es könnte natürlich aber auch gut möglich sein, dass ich das Buch deshalb so schlecht bewerte, weil ich einfach so unglaublich enttäuscht davon bin, dass wirklich nichts tiefgründigeres hinter Daves Charaktere steckt. Gerade, weil man ihn zu Beginn der Geschichte so liebgewonnen hatte und leider viel zu schnell aufgeklärt wurde, hätte ich diesbezüglich einfach mehr erwartet, als nur “gut” und “böse”.
Also wo war nun die Überraschung? Und warum war alles viel zu seicht, obwohl man mehr daraus hätte machen können?
“Bis(s) zum Abendrot” von Stephenie Meyer
Bewertung:
Verlag: Carlsen
Seiten: 640
Preis: 22,90 EUR
Autorin: Stephenie MeyerBellas Leben ist in Gefahr. Seattle wird von rätselhaften Mordfällen erschüttert und ein offensichtlich blutrünstiger Vampir sinnt auf Rache. Zudem ist Bella gezwungen, sich zwischen ihrer Liebe zu Edward und ihrer Freundschaft mit Jacob zu entscheiden – wohl wissend, dass sie damit den uralten Kampf zwischen Vampiren und Werwölfen neu entfachen könnte.
Leider muss ich sagen, dass ich von diesem Teil der Geschichte mehr als enttäuscht bin. Und noch viel enttäuschter bin ich davon, dass die mir liebgewonnen Charaktere mir in diesem Buch auf die Nerven gehen bzw. ich teilweise schon etwas Agressionen gegen sie entwickle. Was im ersten Buch noch originell war, ist es inzwischen nicht mehr. Immer wieder gerät Bella zwischen Fronten oder ihr Leben ist in Gefahr. Logisch, immerhin steckt ja jemand aus einer früheren Begegnungen dahinter, für mich ist es jedoch inzwischen ziemlich ermüdend zu lesen, dass Edward sich ständig um Bella Sorgen macht und Bella hingegen immer noch aufgepassen muss, das Atmen nicht zu vergessen, wenn sie Edward ansieht.
Dann ist da aber auch noch die Sache mit Jacob. Zwar mag ich ihn als Charaktere, jedoch muss ich sagen, dass mir das Ende vom dritten Band einfach unbegreiflich ist. Vielleicht aber auch einfach nur deswegen, weil ich es nicht beurteilen kann, wie es ist, zwei Menschen zu lieben. Erst recht nicht würde ich differenzieren können.
Insgesamt hat das Buch einfach nicht meine Erwartungen getroffen. Meiner Meinung nach kommt es einfach – wie Band zwei auch – nicht an den ersten Teil der Geschichte heran. Als einzigen Lichtpunkt empfand ich die witzige Art Jacobs, die die Handlung wenigstens etwas auflockerte. Außerdem noch ganz interessant war das Gespräch zwischen Jacob und Edward in der Höhle, denn endlich konnte man auch hinter Edwards sonst so verborgenenes Seelenleben blicken.






