“Evernight” von Claudia Gray
Bewertung:
Verlag: Penhaligon Verlag
Seiten: 384
Preis: 18,95 EUR
Autorin: Claudia GrayAn jedem Ort wäre Bianca lieber als an diesem: Das Evernight-Internat ist eine Eliteschule, und die anderen Schüler sind einfach zu perfekt – zu clever, zu schön, zu rücksichtslos. Bianca weiß, dass sie niemals dazugehören wird, und reißt aus. Doch sie soll nicht weit kommen. Noch auf dem Gelände der Schule läuft sie Lucas in die Arme. Der junge Mann ist ebenso ein Einzelgänger wie sie, und er ist anscheinend fest entschlossen, das auch zu bleiben. Bianca merkt sehr schnell, dass es eine besondere Verbindung zwischen ihr und Lucas gibt, eine Anziehungskraft, die jedes normale Maß übersteigt. Doch sie muss auch erkennen, dass Lucas von dunklen Geheimnissen umgeben ist. Von Geheimnissen, die alles in Frage stellen, woran Bianca jemals geglaubt hat …
Eigentlich fängt es bereits mit der Kurzbeschreibung an. Ich weiß nicht was ich erwartet habe, doch das, was ich dann las, war etwas ganz anderes, als ich im letzten Teil dieser Beschreibung zu lesen bekomme. Fakt ist, diese besondere Verbindung zwischen Bianca und Lucas ist nichts Besonderes und eigentlich nur verständlich, wenn man ihre Lage kennt und außerdem stellt Lucas Geheimnis ganz sicherlich nicht Biancas Glauben in Frage.
Ich habe so darauf gehofft, dass es ein tolles Buch ist und wurde leider bitter enttäuscht. Die meiste Zeit über gibt es eigentlich keinen “echten Konflikt” in der Geschichte. Trotzdem rennen Bianca und Lucas durch die Seiten und machen sich selbst das Leben schwer. Bis dann der erste Konflikt kommt, hat man fast schon die Mitte erreicht und fühlt sich auf einmal betrogen, denn das hätte ich nicht erwartet. Das es um Vampire geht, wusste man und es wurden auch immer merkwürdige Andeutungen gemacht, jedoch hat man die eher nicht verstanden, als das man sie mit jemanden in Verbindung bringen würde.
Und ab da an geht’s mit der Geschichte in meinen Augen eigentlich nur noch bergab. Das Verhalten der Charaktere erscheint mit einfach nicht nachvollziehbar. Weder deren Eltern noch die Lehrer hatten Bianca den Umgang mit Lucas verboten, obwohl sie eigentlich von anfang an wussten, was geschehen würde. Bianca ist vor allem die Schlimmste von allen. Frassen sie zu Beginn die Schuldgefühle noch auf, nachdem sie Lucas angegriffen hatte, nahm sie sich danach fast gar nicht mehr in Acht und dachte überhaupt nicht an die Konsequenzen. Kein Wunder. Am Ende kam’s so, wie’s kommen musste.
Bianca war sowieso die ganzen Seiten über nicht unbedingt die Hellste. Eigentlich hatte sie nichts anderes im Kopf als “ihren” Lucas, ihre Jammereien und seltsamen Fantasien. Lucas hat ihr sofort zu Beginn erzählt, dass einer seiner Ur-Großväter vor 150 Jahren in Evernight zur Schule ging und trotzdem hat dieses Mädchen einfach nicht eins und eins zusammen gezählt! Es mag eine Sache sein, dass ihre Eltern ihr noch nicht viel über die Welt der Vampire verraten hatten, eine andere ist es jedoch, das Wissen, dass sie hat und dazu vollkommen ausreicht, überhaupt nicht zu benutzen. Dass sie aber nicht sonderlich oft von ihrem Verstand gebrauch machte, hatte man inzwischen bereits oft genug zu lesen bekommen.
Das “Finale” der Geschichte brachte mich beim Lesen ebenfalls auf die Palme. Lange wusste man warten, bis sich endlich was ereignet hat und als es dann da war, war es genauso schnell wieder vorbei. Ganz zu Schweigen davon, dass der Prolog nicht mal nahtlos an die Geschichte angeknüpft und eigentlich ein vollkommen “überflüssiges Geschehen” war.
Ich bin wirklich enttäuscht, weil ich mir so viel mehr erhoffte. Ich weiß auch nicht, ob ich mir den zweiten Teil holen werde, denn im Grunde ist die Geschichte von Bianca und Lucas weder lesenswert, noch interessant – und für diesen Preis viel zu teuer.
“Bis(s) zum Ende der Nacht” von Stephenie Meyer
Bewertung:
Verlag: Carlsen
Seiten: 788
Preis: 24,90 EUR
Autorin: Stephenie MeyerEin Jahr voller Glück, aber auch voller Schmerz liegen hinter Bella. Ein Jahr, indem sie fast zerbrochen wäre, weil ihre Leidenschaft für Edward und ihre innige Freundschaft zu Jacob einfach unvereinbar sind. Aber nun ist ihre Entscheidung gefallen. Unwiderruflich, auch wenn es so aussieht, als setze sie eine Entwicklung in Gange, die möglicherweise verheerend für sie alle ist.
Noch hofft Bella, die verschiedenen Fäden ihres Lebens wieder zusammenführen zu können, da droht alles für immer zerstört zu werden …
Endlich ist es soweit. Die Geschichte von Bella und Edward findet mit dem letzten Band „Bi(s) zum Ende der Nacht“ ihr Ende. Letzte Bände werden von mir immer mit einem besonderen Gefühl gelesen. Dieses Buch bildete da keine Ausnahme. So stellte man sich die Frage, ob Bella und Edward eine glückliche Zukunft haben werden oder was dann mit Jacob geschieht, wenn Bella nicht sogar mit ihm zusammen kommen wird. Viel entscheidender ist jedoch die Frage, ob Bella wirklich zu einem Vampir wird.
Gott sei Dank – nachdem man sich bei jedem Band der Geschichte eine Antwort erhofft hatte und immer wieder enttäuscht wurde – endlich werden diese Fragen alle geklärt. Ob gut oder weniger gut, liegt in eurem ermessen.
In meinen Augen hätte Stephenie Meyer alles nicht besser lösen können. Sehr angetan bin ich auch von Bellas Entwicklung im letzten Band. Endlich schafft sie es durch die Veränderungen, die sie in der Geschichte beeinflussen werden, ihre „Opferrolle“ abzulegen. Anders kann ich sie leider nicht beschreiben. In den Vorgängerbänden war ihr Leiden und das Jammern für mich viel zu extrem. Als Beispiel möchte ich hier den Klippensprung in „Bis(s) zur Mittagsstunde“ nennen. Besonders eingefleischte Bis(s)-Fans mögen mich schelten, aber ich hätte es fast nicht mehr ausgehalten. Umso schöner finde ich es, dass mir der letzte Band nicht auf die Nerven ging.
Insgesamt ist Bis(s) zum Ende der Nacht in gewisser Art und Weise schon fast „düsterer“ als der Rest der Geschichte. Genauso wie es sich deutlich von den anderen Bänden abhebt. Es ist einfach anders und man muss sich beim Lesen darauf gefasst machen, dass man viele Überraschungen zu erwarten hat. Leider sind jedoch die Überraschungen etwas gewesen, was nach einer gewissen Zeit bereits vorhersehbar war, was ich dann doch etwas schade fand, denn es hat mich nie voll erwischt gehabt.
Genauso schade muss ich sagen, ist, dass wir anscheinend nie wirklich einen Blick in Edwards Gedanken erhaschen werden. Erst kürzlich bin ich dazu gekommen „Auf den ersten Blick“ zu lesen und wahrscheinlich deswegen so erpicht darauf. Doch schon immer hat es mir ein wenig gefehlt, wie wenig wir von ihm mitbekommen. Ist im letzten Band Jacob sogar ein ganzes Buch gewidmet, bleibt Edwards hingegen für immer verschlossen. Gerade zum Ende der Geschichte hatte ich da eigentlich anderes erwartet gehabt. Aber man will sich nicht beklagen. Hat man doch noch die Szene aus dem dritten Band zwischen Edward und Jacob in der Höhle – Bis(s) zum Abendrot – in der man zum ersten Mal mitbekommen hat, wie Edward sich fühlt. Ja, zumindest eine Szenen. Zwar schwacher Trost, aber immerhin.
Im Gegensatz zu seinen Vorgängern – ausgenommen den ersten Band „Bis(s) zum Morgengrauen“ – gefällt mir „Bis(s) zum Ende der Nacht“ viel besser. Wahrscheinlich ist es die rasante Entwicklung von allem, dass das Buch nicht so langatmig macht, wie es bei den anderen leider der Fall war. Trotz dessen, wie gesagt, meinen absoluten Favoriten kann man auch mit dem letzten Band nicht toppen. Aber kein Wunder. Wer will schon gerne das Ende von etwas haben. Viel lieber ruft man sich in Erinnerung wie alles begonnen hatte.
“Morgenrot” von Tanja Heitmann
Bewertung:
Verlag: Heyne Verlag
Seiten: 480
Preis: 17,95 EUR
Autorin: Tanja HeitmannAls die junge Studentin Lea in der Villa ihres Professors auf Adam trifft, ist sie vom ersten Augenblick an gebannt. Adam ist unwirklich schön, schweigsam – und er hat ein tödliches Geheimnis: Er ist von einem Dämon besessen, der ihn dazu zwingt, Lea auf die dunkle Seite zu ziehen. Doch mit aller Macht kämpft er dagegen an. Denn er liebt Lea. Eine Liebe, in der ein einziger Kuss alles verändern kann …
Ich habe das Buch verschlungen. Aber ich bin einfach ein ziemlich kritischer Mensch. Begeistert kann ich irgendwie nicht sein und gleichzeitig fand ich es aber auch toll in die Welt von Lea und Adam abzutauchen. Lea und Adam ist ja bereits das passende Stichwort. Vielleicht mag der ein oder andere die beiden mit Bella und Edward aus der Bis(s)-Reihe vergleichen. Durchaus gibt es auch einige parallelen, jedoch muss ich sagen, dass mir die Beziehung von Lea und Adam besser gefällt, als die von Bella und Edward. Was man hier zu lesen bekommt ist erwachsener und reifer. Gleichzeitig wirkt Lea auch nicht so abhängig wie es Bella tut und Adam hingegen nicht ganz so auf seine Partnerin fixiert, wie Edward.
Wenn ich jedoch die Beschreibung des Buches mit dem eigentlichen Inhalt vergleiche, muss ich zugeben, dass ich mir etwas ganz anderes unter der Geschichte vorgestellt hätte. Das ist wohl der Punkt, in dem ich letzten Endes etwas enttäuscht bin. Für mich ist die Atmosphäre noch düsterer gewesen. Meiner Meinung nach war der Beginn der Geschichte genau der richtige Einstieg, doch ab der Flucht Leas und dem Zeitsprung, hat sich alles ein wenig verändert. Plötzlich ist man in eine Art Geschäftswelt gefallen, in der Kontakte und Verbindungen geknüpft werden wollten. So etwas wirkt nicht ganz so ansprechend auf meinen Geschmack.
Was ich desweiteren sehr schade finde, ist das Ende des Buches. Spannend, keine Frage. Jedoch mit der Hoffnung auf mehr. Aus reiner Neugierde heraus habe ich ein wenig herumgegoogelt und dann musste ich jedoch enttäuscht feststellen, dass angeblich dieses Buch abgeschlossen sei – somit auch die Geschichte erzählt und im nächsten Band gibt es kein Auftauchen mehr von Lea und Adam. Zwar liebe ich solche Enden, bei denen man selbst noch ein wenig die Fantasie spielen lassen kann, jedoch habe ich noch so viele offene Fragen (was leider auch heißt, dass ich einiges nicht wirklich verstanden bzw. nachvollziehen kann), dass ich damit irgendwie nicht wirklich zufrieden sein kann.
Eine kleine Anmerkung würde ich gerne noch zu dem Cover des Buches machen. Ich habe die gebundene Ausgabe stehen sehen und war davon einfach nur fasziniert. Das war es eigentlich, was mich überhaupt zum Kauf der Geschichte bewegt hat. Zudem kam natürlich auch noch die Aussicht auf eine düstere Geschichte, was sich meiner Meinung nach leider nicht ganz so erfüllt hat. Ich erhoffe mir vom nächsten Teil ein wenig mehr …







