Mein ganz persönliches Projekt
Wie oft bin ich schon mit diesem Satz konfrontiert worden? Auf Blogs, in Foren oder auch in der Welt außerhalb des Internets behaupten viele, sie würden gerade ein Buch schreiben. Schön und gut, aber wie viele kommen wirklich zu ihrem Buch und wie viele davon scheitern bereits während der Geschichte?
Ich arbeite an keinem Buch. Ich schreibe eine Geschichte und für mich ist die ein Experiment. Wenn sie fertig ist, würde ich sie natürlich gerne zu einem Verlag schicken und noch viel lieber würde ich dann ein positives Antwortschreiben erhalten, doch wie gesagt: Ich arbeite an einem Experiment. Ich weiß weder, ob sie überhaupt jemals fertig wird, noch, ob sie dann überhaupt abgeschickt wird, weil sie mir vielleicht nach der zigsten Korrektur nicht mehr gefällt. Sollte das der Fall sein, dann hefte ich sie in ihrem Order ab und beginne mit einer neuen Idee auf einen weiteren Versuch.
2010 ist das Jahr, in dem ich mich auf Wortfetzen damit auseinandersetzen möchte. Ich hab die Hoffnung, dass es mir vielleicht hilft, nicht nur darüber nachzudenken, warum ich nicht weiterkomme und, dass über meine Probleme zu schreiben, die bessere Variante ist, als wochenlang in meinem Kopf nach Lösungen zu suchen – vielleicht ohne das ich überhaupt weiß, was ich wirklich will. Dann sieht man oft einiges in einem ganz neuen Licht.
Wie begann es – wo stehe ich
Inzwischen ist es schon mehr als ein Jahr her, dass mir die Idee zu meiner Geschichte kam. Es war in der Sylvesternacht auf 2009, als das Raketenfeuerwerk entbrannte und ich danach allein durch eine dunkle Straße ging, weil ich schnell etwas von zu Hause holen wollte. Wie immer, wenn ich nachts alleine unterwegs bin, bin ich vor Angst fast gestorben, dennoch war dieser Moment merkwürdig inspirierend und plötzlich war die Idee da! Wer, was, warum und wie ich überhaupt die Szenen in eine Geschichte einbauen konnte, die ich gerade vor meinem geistigen Auge hatte – alles egal. Ich musste es schreiben!
Um was es geht
Meine Geschichte ist eine Fantasy-Mystery-Story und spielt sich in einer europäischen Stadt ab. Ich bin sogar dorthin gefahren, um einen Eindruck davon zu gewinnen. Nicht unbedingt allein wegen der Geschichte, sondern, weil ich die Stadt schon immer mal sehen wollte, dennoch muss ich zugeben, dass ich auch wegen meinem Projekt ganz heiß darauf war.
Nachdem ich von dort wieder zurückkam, war ich enttäuscht. Ich hatte erwartet, dass ich mich doppelt und dreifach motiviert wieder hinter meine Geschichte setzen würde – doch da war nicht einmal ein Fünkchen der Motivation in mir.
Inzwischen habe ich gemerkt, dass meine Erinnerungen einfach zu frisch waren. Das hört sich vielleicht komisch an, doch scheinbar bin ich der Mensch, der erst die Inspiration umsetzen kann, wenn er sie für sich verarbeitet hat.
Und jetzt, da ich dort war und sie anscheinend für mich verarbeitet habe, geht mir sogar alles sehr viel leichter von der Hand, als noch vor einigen Monaten.
Inzwischen hat mein erster Entwurf < 30.000 Wörter aufwärts und ich befinde mich im 7. Kapitel. Die Einführung habe ich mittlerweile fast fertig geschrieben.
Ein Jahr Arbeit und erst 30.000 Wörter?
Ja. Das ist aber noch gar nichts. Vor nicht mal einer Woche war ich erst bei < 15.000!
Wieso?
Ich habe einige entscheidende Fehler gemacht. Mit dem ersten großen Projekt wird man immer klüger, deswegen weiß ich genau, dass ich sie bei meiner zweiten Geschichte sicherlich nicht mehr wiederholen werde.
Statt mir einfach freien Lauf zu lassen und für mich zu schreiben, habe ich es zugelassen, dass mein Gehirn dabei eine größere Rolle bekommt, als es sollte. Der erste Entwurf soll eigentlich schlecht sein und man soll sich nicht bereits in die Korrektur hineinwerfen, aber ich habe es geschafft, dass ich tatsächlich fünf Anläufe gebraucht habe, um dahin zu kommen, wo ich jetzt bin.
Von diesen fünf Anläufen habe ich vier Mal angefangen, von vorne zu lesen und zu korrigieren was das Zeug hielt, weil beim Schreiben ständig dieses Gefühl an mir nagte, dass alles bodenlos und grottenschlecht sei und sogar einmal komplett neu begonnen.
Doch mein größer Fehler war, dass ich zu früh mit dem Schreiben begonnen habe. Anstatt mir wirklich sehr viel Zeit für die Planung zu lassen, habe ich mir nur viel Zeit gelassen und dachte, ich würde mich bereits bestens in meiner Welt auskennen.
Allerdings habe ich mich da getäuscht. Auf einmal hatte ich einen toten Punkt erreicht und wusste nicht mehr, wie ich weiterkommen sollte. Zu allem Überfluss, habe ich begonnen, meine Protagonistin zu hassen. Sie war genau zu der Sorte von Frau geworden, die mir selbst in Büchern nicht gefiel: So weinerlich, dass es einem auf die Nerven ging.
Es hat lange gedauert, bis ich es geschafft habe, eine Lösung für meine Probleme zu finden. Ich habe in Gedanken hin und herprobiert was das Zeug hielt und plötzlich lag es sonnenklar vor mir: Die beste Freundin meiner Protagonistin!
Ich gab ihr eine größere Rolle, dadurch entstanden mehr Konflikte und ich habe auch meine Protagonistin wieder lieben gelernt. Jetzt hat sie Format und war ist eine starke Persönlichkeit, die sich nicht so leicht unterkriegen lässt.
(Seit einiger Zeit gibt eine aber eine andere Sache, die mir an ihr stört, doch dafür kann sie eigentlich nichts und da schreibe ich ein anderes Mal drüber.)
Genau, gerade läuft es eigentlich ganz gut mit meiner Geschichte und hoffe, dass meine derzeitige Motivation noch lange anhalten wird. :)
4 Kommentare »
Zen schrieb am 5. Januar 2010:
Tja… ich arbeite bzw. plane schon seit 6 Jahren an einer Story, die ich damals angefangen habe… Bin natürlich nicht weiter gekommen aber jetzt habe ich wieder einen neuen Anlauf genommen und weiß zumindest die Handlung endlich…
Viele Prologe habe ich schon geschrieben aber darüber werde ich dann sxchreiben, wenn ich soweit bin…
Ich drücke dir alle Daumen, dass dein Projekt weiter so gut vorangeht.
Jana schrieb am 5. Januar 2010:
Ich hab früher auch total oft Geschichten geschrieben und wollte immer Schriftstellerin werden :D
Ich hoffe, deine Geschichte wird irgendwann fertig und du schickst sie zu einem Verlag! :]
Jadé Lynn schrieb am 18. Januar 2010:
Wow, ich bin total geplättet! Ich hatte in der Silvesternacht zu 2010 – also gar nicht so lange her – die gleiche Idee. Ich schreibe in diesem Jahr einen Roman und zwar an fünf Tagen der Woche immer ein Stück. Da ich leider zwei Jahre nicht geschrieben habe (früher mehrere Seiten am Tag), ist es mehr Geigel und ich hoffe, es führt mich zurück an den Stift/ PC/ was auch immer.
Eine Fantasygeschichte und ja ich weiß, es ist falsch, nicht alles genau im Voraus zu planen, aber die Leser sollen sich beteiligen können.
Außerdem soll es mich zurück zum Schreiben führen.
Ich drücke uns beiden die Daumen, dass es klappt!!




